Studienfächer

Studienfächer

Das Vollzeitstudium an der Mode Design Schule Zürich dauert 4 Semester und sieht folgende Studienfächer vor:

Fach 1. Semester
pro Woche
2. Semester
pro Woche
3. Semester
pro Woche
4. Semester
pro Woche
Modezeichnen / Entwurf 1 ½ Tage 1 ½ Tage 1 ½ Tage 1 Tag
Mode- und Kostümgeschichte

¼ Tag

¼ Tag

¼ Tag

¼ Tag

Zeichnen und Gestalten

¼ Tag

¼ Tag

¼ Tag

¼ Tag

Schnitttechnik 1 Tag 1 Tag    
Verarbeitungstechnik ½ Tag ½ Tag    
Schnitt- und Verarbeitungstechnik     1 ½ Tage 1 ½ Tage
Farbe und Form ½ Tag ½ Tag ½ Tag ½ Tag
Textilien ½ Tag ½ Tag    
Text und Bild
      ½ Tag
Gastlektionen     ½ Tag  
Ateliertag       ½ Tag
Total 4 ½ Tage 4 ½ Tage 4 ½ Tage 4 ½ Tage

Zusätzliche Blockseminare im 3. Semester:

Selbständige Erwerbstätigkeit, Basiswissen Marketing, schriftliche und mündliche Bewerbung

Ausbildungsphilosophie

Kreativität: «creare» bedeutet erschaffen, schöpfen. Jedes Individuum kann schöpferisch sein, und Kreativität wird in jeder Lebenssituation verlangt. Kreativität ist der Lohn der Mutigen, die sich mit ihrem persönlichen Erleb(t)en und Wissen in das Neue, Unbekannte und Ungewisse vorwagen.

Die Ausbildung aktiviert das kreative Potenzial der Studierenden und ermöglicht den Zugang zu fachspezifischen Ressourcen. Mit einer projektorientierten Unterrichtsform begleiten wir die Studierenden in ihrer kreativen Entwicklung und geben ihnen Raum und Unterstützung für ihre individuelle Entfaltung.

Mit unserer fundierten und praxisorientierten Ausbildung ermöglichen wir weltoffenen Frauen und Männern den Einstieg in die Berufswelt der Mode. Damit die Ausbildung den sich wandelnden Anforderungen der Berufswelt entsprechen kann, werden Inhalte und Ziele des Ausbildungskonzeptes regelmässig überprüft und angepasst.

Unser Lehr- und Lernverständnis

Unsere Ausbildungsarbeit versteht sich explizit als Bildungsarbeit und nicht als Wissensvermittlung. Lernen heisst aktiv sein, bedeutet aktives Erwerben und Einüben von Ressourcen (Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten). Wir schaffen konkrete, realitätsbezogene Situationen, um den Studierenden neue Erkenntnisse-, Erfahrungs- und Handlungsperspektiven zu erschliessen. Wir handeln nach folgenden didaktischen Grundsätzen:

Wertschätzung

Die Schulatmosphäre ist geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und Akzeptanz. Jede Studentin, jeder Student ist als Teil einer Gruppe mitverantwortlich für eine lernfördernde Unterrichtskultur.

Individuelle Lernprozesse

Vorwissen und eigene Erfahrung sind von Person zu Person sehr unterschiedlich. Deshalb wird in der Ausbildung grosses Gewicht auf die Anregung und Unterstützung individueller Lernprozesse gelegt. Die Studierenden tragen dabei Selbstverantwortung für das eigene Lernen.

Interaktionsprozesse reflektieren

Im Rahmen des Lernens in Gruppen spielt der Interaktionsprozess zwischen allen Beteiligten und das daraus resultierende Lernklima eine entscheidende Rolle. Der Lernprozess ist deshalb als sozialer Prozess Gegenstand regelmässiger Reflexion.

Praxisorientiert

Praxisorientierte Lerninhalte und Lernmethoden bieten Gewähr für eine optimale Umsetzung der Kenntnisse und Fertigkeiten im Berufsalltag der verschiedenen Fachbereiche.

Erkenntnisorientiert

Durch die erkenntnisorientierten Lernmethoden findet die Wissensvermittlung als Auseinandersetzungsprozess statt, bei dem am Vorwissen der Studierenden angeknüpft wird.

Lerninhalte

Modezeichnen / Entwurf

1. und 2. Ausbildungssemester

  • Zeichnen von Figurinen und Flachzeichnungen
  • Entwicklung und Vertiefung des Gefühls für Proportionen und Bewegungen des Körpers
  • Zeichnerische Darstellung von Materialstudien durch verschiedene Coloriertechniken
  • Schulung des Auges für das Detail, Schnittführungen und Verarbeitungstechniken
  • Analysieren von Modetrends, Lösung erster Entwurfsaufgaben
  • Erstellung von Marktanalysen und Kollektionskonzepten
  • Auseinandersetzung mit verschiedenen Zielgruppen
  • Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche der Textilbranche
  • Erstellen einer marktorientierten Kollektion
  • Präsentation der persönlichen Kollektion vor Fachpersonen

3. und 4. Ausbildungssemester

  • Entwickeln eines persönlichen Zeichenstils für Figurinen- und Flachzeichnungen unter Anwendung verschiedener Techniken.
  • Inspirationen in Entwürfen ausdrücken und in Ideenkatalogen dokumentieren
  • Analysieren von Modeströmungen
  • Eigenständiges Umsetzen der Modeströmungen in zielgruppenorientierte Kollektionen
  • Eigenverantwortliches Arbeiten an verschiedenen fächerübergreifenden Projektaufgaben
  • Diplomkollektion und Diplommodenschau: Ideenfindung, Themensuche, Konzepterstellung, Realisation Modenschauprojekt

Schnitttechnik

1. und 2. Ausbildungssemester

Themen: Röcke, Hosen, Oberteile (Blusen, Hemden, Kleider), Jacken (Mäntel)

Zu jedem Thema werden folgende Arbeitsschritte erarbeitet:

  • Grundschnitte in Grösse 1:4 und in Grösse 1:1 in Eigenmass erstellen
  • Anprobe und Abstecken der Teile, Änderungen auf Schnittmuster übertragen
  • Schnittableitung passend zum Thema zeichnen
  • Nach Entwurfskizzen technische Zeichnungen erstellen
  • Die Idee im Eigenmass 1:1 auf einen Schnitt umsetzen
  • Probeteil aus Moulure nähen, Anprobe und Änderungen
  • Nähmuster eines bestimmten Details erstellen (z.B. spezielle Naht)
  • Modell in Originalstoff nähen, Nähvariationen ableiten
  • Modellschnitt als Industrieschnitt erstellen

3. und 4. Ausbildungssemester

  • Kreative Ideen unter Beachtung marktspezifischer Bedingungen in Kleidungsstücke umsetzen
  • Produktionsreife Schnitte erstellen (Modellschnitte und Konfektionsschnitte)
  • Verarbeitungstechnische Möglichkeiten erkennen und optimal umsetzen
  • Innovative Lösungen für Schnitt und Verarbeitung finden
  • Abformen: an der Büste neue Formen kreieren und eine persönliche Ausdrucksform finden
  • Stoffkalkulation: optimale Materialausnutzung
  • Selbst- und Fremdanalyse der persönlichen Arbeitstechnik
  • Diplomarbeit: eigene, mindestens fünfteilige Kollektion erstellen

Verarbeitungstechnik

1. und 2. Ausbildungssemester

  • Einfache Grundtechniken kennen lernen (Nähte, Säume, Abschlüsse, Reissverschlüsse, Schlitze, Bügeln) und an einfachen Kleidungsstücken anwenden
  • Eigene Lösungen finden für Nähte und Säume je nach Stoffart und Aussage
  • Maschinen kennen lernen: Nähmaschinen, Overlock, Bügeleisen / Automat
  • Arbeitsabläufe dokumentieren und persönliche Arbeitstechnik analysieren
  • Komplexe Grundtechniken kennen lernen und anwenden (Manschetten, Kragen, Taschen); anspruchsvolle Stoffe und Teile bügeln
  • Unterschiedliche Stoffarten und Materialien bearbeiten und experimentell verändern

Textilkunde

1. und 2. Ausbildungssemester

  • Baumwolle und Flachs (Leinen): Pflanze, Fasergewinnung, Garnherstellung, Bindungslehre, Veredlung, Trends, aktuelle Tendenzen
  • Wolle, Seide und Tierhaare: Tier, Fasergewinnung, Garnherstellung, Bindungs-lehre, Veredlung, Trends, aktuelle Tendenzen
  • Zellulosefasern und synthetische Chemiefasern: Grundmaterial, Garnherstellung, Veredlung, Trends, aktuelle Tendenzen
  • Bindungslehre: Verschiedene Bindungen und deren Verarbeitungs- und Trageigenschaften kennen lernen und Trendströmungen erkennen.
  • Veredlung: Veredlungsverfahren bei verschiedenen Stoffen, deren Nutzen, Effekte und Tendenzen kennen lernen.
  • Textilien: Fachspezifische Kenntnisse über alle gängigen Stoffe und deren Benennung erlernen, Innovationen aufspüren, Bezugsquellen kennen lernen
  • Korrelationen herstellen: Material/Stoff, Tragkomfort, Design

Figürliches Zeichnen

1. bis 4. Ausbildungssemester

  • Zeichenmaterial: Trocken- und Nasszeichengeräte, Art und Anwendung
  • Trägermaterial: Aussage, Herstellung und Beeinflussung des Hintergrund-materials Papier
  • Zeichnen als körperlichen Vorgang verstehen (Kopf - Arme - Hände - Finger)
  • Zeichnen als kreativen Prozess begreifen
  • Schnelle Stellungszeichnungen, Skizzezeichnungen
  • Dimensionen und Perspektiven: Verkürzung und Verschiebung
  • Farbwirkung: Licht und Schatten
  • Aktzeichnen und Körperstudien (mit Bezug auf Modezeichnen)
  • Naturstudien: hell, dunkel, Plastizität, Wucherbildung, Energien
  • Plastisches Zeichnen (3D) als Nachbildung und Abbildung zum Begreifen
  • Bildgestaltung: Abstraktion, Bildsprache, Körpersprache, Formen

Kunstvermittlung

1. bis 4. Ausbildungssemester

  • Auseinandersetzung mit den prägenden Entwicklungen in der Malerei der letzten Jahrhunderte
  • Die wichtigsten Repräsentanten verschiedener Epochen der Kunst und deren Einflüsse auf die Mode kennen lernen
  • Besuch von Kunstausstellungen

Farbenlehre

1. bis 4. Ausbildungssemester

  • Grundlagen der Farbwahrnehmung: psychologische und symbolische Bedeutung, traditionelle und kulturelle Bedeutung, ästhetische Wirkung der Farben in der Kunst und in der Mode, Präferenzfarben
  • Farbenlehre: Farbspektrum, Farbkontraste, Farbkreis, Farbharmonie, Farbakkorde, Ordungssysteme
  • Farbe als bildnerisches Mittel (Symbol-, Gegenstands- Erscheinungs- und Ausdrucksfarbe, Farbperspektive)
  • Materialkunde: Werkzeuge, Material, Untergrund
  • Farbauftrag: Pinseltyp, Pinselführung, Malmittel, verschiedene Mal- und Drucktechniken
  • Farbgestaltung: Form, Farbe (Ton: hell, dunkel, warm, kalt, bunt, unbunt) Komposition
  • Dreidimensionales Gestalten zum Thema Form und Farbe; Farbwirkung am Objekt, Relief und Materialcollage
  • Farbmanagement: funktionale Farbentscheide, Gestaltungsprinzipien, Schaffung neuer Farbworte und Begriffswelten
  • Prozessorientierte Projektarbeiten: Stoffmusterentwürfe / Kolorite, marktorientierte Farbkonzepte zu verschiedenen Kollektionsthemen entwickeln, Farbkonzept für Diplomkollektion erstellen

Mode- und Kostümgeschichte

1. bis 4. Ausbildungssemester

  • Definition: Kostüm, Mode, Tracht, Uniform, Bekleidung
  • Historischer Ablauf und Entwicklung des Designs
  • Ursprünge und erste Kulturen: von der Antike bis zum Barock
  • Einflüsse auf die Kostüm- und Modeentwicklung durch die gesellschaftliche Entwicklung: Lebensumstände, Reisetätigkeit, Einflüsse anderer Kulturen, Entdeckung neuer Materialien, Fortschritte in der technischen Entwicklung
  • Veranschaulichung aus Literatur, Theater, Film, Kunst, Sport und Showbusiness
  • Die wichtigsten Modedesigner der letzten Jahrzehnte und ihre prägenden Einflüsse auf die Mode kennen lernen

Bild- und Textgestaltung

3. und 4. Ausbildungssemester

  • Einführung in die Grundlagen der Computerprogramme Adobe InDesign, Adobe Illustrator und Adobe Photoshop
  • Einführung in die Typografie: Grundlagen der Typografiegestaltung in Theorie und Praxis
  • Digitale Verarbeitung von Text und Bild: Texterfassung, Textüberarbeitung, Textkorrektur, Bildbearbeitung
  • Bild und Text: Gewichtung und Auswahl von Bildern und Schriften
  • Bildausschnitte: Bildsprache, Copyrights
  • Material: Einsicht in die Papierkollektionen
  • Konzept: Inhalt, Ablauf, Umfang, Blindmuster, Satzspiegel, Gestaltung, Layout

Lernziele / Kompetenzprofil der Studierenden

Die Studierenden verfügen nach Abschluss ihrer Ausbildung über folgende kognitiven Fachkompetenzen:

  • Sie kennen die wichtigsten Arbeitsschritte zur Herstellung einer Kollektion.
  • Sie beherrschen den Fachjargon, in dem sie ihre Entwürfe schriftlich und mündlich erläutern können.
  • Sie verfügen über ein Basiswissen in der Kostüm- und Modegeschichte. Dieses befähigt zur Beurteilung verschiedener Stil- und Zeitepochen.
  • Sie sind in der Lage, sich Informationen zu aktuellen Tendenzen in der Mode zu beschaffen.
  • Die wichtigsten Fachmessen sowie Bezugsquellen für Stoffe und andere Materialien sind ihnen bekannt.
  • Sie verfügen über fundierte Kenntnisse in der Stofflehre.
  • in Bezug auf Material: Zusammensetzung, korrekte Benennung, Qualitätsver-arbeitung, Pflege und Preisgefüge.
  • in Bezug auf ein Projekt: Sie besitzen die Fähigkeit, Stoffe der Kollektion und der Zielgruppe entsprechend auszuwählen.
  • Durch Firmenbesuche und Praktikas in gezielt ausgewählten Berufszweigen haben sie wichtige Kenntnisse über ihre spätere Berufswelt gesammelt.
  • Sie kennen die prägenden Entwicklungen der Malerei und deren Einflüsse auf die Mode.
  • Sie sind mit den Grundlagen der Farbenlehre -Theorie und Gesetzmässigkeit - vertraut.
  • Die psychologischen und kulturellen Bedeutungen der Farben sind ihnen bekannt.
  • Im Bereich Marketing haben sie ein Basiswissen erlangt.
  • Ihre Fähigkeit vernetzt zu denken wurde weiterentwickelt.
  • Sie können sich sowohl schriftlich wie auch mündlich erfolgreich bewerben.

Die Studierenden verfügen über folgende affektiven Kompetenzen:

  • Soziale Kompetenzen wie Kommunikation und Teamfähigkeit wurden weiterentwickelt.
  • Eigene Arbeiten können sie selbstkritisch beurteilen und sie können konstruktiv mit Feedback umgehen.
  • Sie haben das kreative Potenzial und die sinnlichen Fähigkeiten, Neues zu erspüren und sich von gängigen Betrachtungsweisen zu lösen.
  • Sie können Inspirationen filtern und gezielt kanalisieren.

Die Studierenden verfügen über folgende psychomotorischen Kompetenzen:

  • Sie haben einen eigenen Zeichnungsstil entwickelt.
  • Sie haben die Fähigkeit, sich zeichnerisch klar auszudrücken, d.h., Entwürfe technisch (Flachzeichnungen) und dreidimensional (als Modezeichnung) darzustellen.
  • Sie haben den Mut, spielerisch mit dem Rohmaterial (z.B. Textilien) umzugehen.
  • Eigene Entwürfe können sie schnitttechnisch umsetzen und diese selbst anfertigen.
  • Sie haben ein sensibilisiertes Farbempfinden entwickelt, welches sie gestalterisch zum Ausdruck bringen können.
  • Sie sind in der Lage, Farbkonzepte zu erstellen und diese mit Pinsel und Farbe auf dem Papier umzusetzen.
  • Sie können marktorientierte Kollektionskonzepte erstellen, diese dokumentieren und präsentieren.
  • Sie können mit einer professionellen Technik ihre Kollektionen verkaufsorientiert präsentieren.
  • Sie sind in der Lage, ihre Dokumentationen am Computer zu erstellen.

Qualifizierende Elemente

Pro Unterrichtsfach und Semester sind zwei bis drei qualifizierende Elemente geplant. Diese dienen als Grundlage für die Standortgespräche mit den Studierenden, die jeweils am Ende eines Semesters stattfinden. Nicht die Benotung der Arbeiten steht im Vordergrund, sondern das persönliche mündliche oder schriftliche Feedback der Dozentinnen bzw. der Dozenten. Die Studierenden reflektieren ihre Lernerfolge, Defizite und ungenutzten Ressourcen gemeinsam mit den Lehrpersonen.

Die Diplomarbeit ist das zeitintensivste qualifizierende Element der zweijährigen Berufsausbildung. Im letzten Ausbildungssemester stehen die Themenfindung, der Entwurf, die Realisation und die Dokumentation der persönlichen Diplomkollektion im Vordergrund. Die Diplomkollektionen werden jeweils im Juni an einer Modenschau einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Die Bewertung erfolgt durch externe und schulinterne Experten. Die Diplomkollektion und die Dokumentation sind nicht nur das Meisterstück und das sichtbare Resultat einer intensiven Zeit des Lernens, sondern dienen auch als Portfolio für eine spätere Bewerbung der Absolventinnen und Absolventen auf dem Stellenmarkt.